Schwarzarbeit während der Krankschreibung = Sozialleistungsbetrug Lohnfortzahlungsbetrug

Sozi­al­leis­tungs­be­trug – Wäh­rend der Krank­schrei­bung Schwarz­ar­bei­ten

Unter Schwarz­ar­beit ver­steht das Straf­recht jeden Ver­stoß gegen das Steu­er- und Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht. Eine immer häu­fi­ger fest­zu­stel­len­de Erschei­nungs­form ist die Schwarz­ar­beit wäh­rend der Krank­schrei­bung. Hier wer­den gleich meh­re­re Straf­tat­be­stän­de ver­wirk­licht. Neben der Steu­er­hin­ter­zie­hung sowie Ver­kür­zung etwai­ger Sozi­al­ab­ga­ben wird der Arbeit­ge­bern betro­gen, weil er durch die vor­ge­täusch­te Krank­heit zu inso­fern unge­recht­fer­tig­te Lohn­fort­zah­lun­gen ver­pflich­tet ist. Der Betrü­ger kas­siert so gleich zwei­mal ab. Bei Ent­de­ckung droht die frist­lo­se Kün­di­gung – zurecht wie wir von der Detek­tei Dud­zus mei­nen.

In dem hier vor­lie­gen­den Fall hat­te Joa­chim H. immer wie­der eine Erkran­kung an der Wir­bel­säu­le ange­ge­ben, die ihn zu län­ge­ren Krank­schrei­bun­gen ver­an­lass­te. Durch einen Zufall erfuhr der Arbeit­ge­ber, (eine gro­ße Auto­re­pa­ra­tur­werk­statt), wie sein Mit­ar­bei­ter bei einem Kfz-Ersatz­teil­händ­ler Tei­le für eine Auto­re­pa­ra­tur ein­kauf­te.

Vor dem Hin­ter­grund des kon­kre­ten Ver­dachts, dass sein Arbeit­neh­mer wäh­rend der Krank­schrei­bung Schwarz­ar­bei­ten aus­führt, beauf­trag­te der Geschäfts­füh­rer der Kfz.-Firma die DD-Detek­tei Dud­zus mit der Obser­vie­rung. Ein Foto sei­nes Mit­ar­bei­ters – auf­ge­nom­men bei der letz­ten Weih­nachts­fei­er – erleich­ter­te uns die Iden­ti­fi­zie­rung.

Joa­chim H. arbei­tet wäh­rend sei­ner Krank­schrei­bung bei einer Hin­ter­hof Kfz.-Werkstatt schwarz.

Die ange­setz­te Obser­va­ti­on auf die Ziel­per­son Joa­chim H. führ­te bereits am ers­ten Tag zu einem Teil­erfolg. Der Kfz.-Mechaniker konn­te bei der Abho­lung der Ersatz­tei­le beob­ach­tet und bis zum Ein­tref­fen bei einer klei­nen Hin­ter­hof-Werk­statt beob­ach­tet wer­den. Nun galt es noch fest­zu­stel­len, ob er dort viel­leicht nur sein eige­nes Fahr­zeug oder ob er für die Fir­ma Kun­den­fahr­zeu­ge repa­rier­te. Es muss­te der Umfang sei­ner Neben­be­schäf­ti­gung fest­ge­stellt wer­den.

In der Fol­ge lös­ten wir eige­ne klei­ne Repa­ra­tur­auf­trä­ge in die­ser Werk­statt aus, wobei wir dann Joa­chim H. bei der Erle­di­gung der Arbei­ten beob­ach­ten und foto­gra­fie­ren konn­ten.

Durch bei­läu­fi­ge geführ­te Gesprä­che konn­te dann ermit­telt wer­den, dass der betrü­ge­ri­sche Mit­ar­bei­ter bereits seit zwei Jah­ren dort neben­bei arbei­te­te. Nach einer Woche Ermitt­lungs­tä­tig­keit stell­ten wir unse­ren Abschluss­be­richt zusam­men. Der Chef und Auf­trag­ge­ber mach­te jedoch nicht viel Feder­le­sens mit sei­nem Mit­ar­bei­ter. Noch am sel­ben Abend fuh­ren wir mit ihm zur Woh­nung des Joa­chim H. wo wir ihn mit den Bewei­sen kon­fron­tier­ten. Ihm wur­de ein Auf­he­bungs­ver­trag ange­bo­ten, der das Arbeits­ver­hält­nis sofort been­de­te, wel­ches auch akzep­tiert wur­de. Ein klei­ner Hin­weis auf die mög­li­chen straf- und steu­er­li­chen Kon­se­quen­zen moti­vier­ten den Mecha­ni­ker zur Unter­schrift.

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