Cybermobbing umfasst wiederholte Diffamierung, Belästigung, Bedrängung oder Nötigung über digitale Kanäle. Inhalte verbreiten sich schnell, Profile verschwinden und Nutzernamen lassen sich ändern. Deshalb sollten Betroffene Beweise sichern, bevor sie blockieren oder melden.
Beweise vollständig erfassen
Ein einzelner Screenshot ohne Absender, Datum oder Webadresse ist leicht angreifbar. Sichern Sie den gesamten Gesprächskontext, Profil-URL, Nutzerkennung, Datum, Uhrzeit und verwendete Plattform. Exportfunktionen können Originaldaten erhalten. Notieren Sie außerdem, wer den Inhalt gesehen hat.
Accounts gegen Übernahme schützen
Ändern Sie Passwörter von einem vertrauenswürdigen Gerät, aktivieren Sie Zwei-Faktor-Anmeldung und prüfen Sie aktive Sitzungen. Kontrollieren Sie Wiederherstellungsadressen, verknüpfte Apps und automatische Weiterleitungen. Das BSI empfiehlt generell, Online-Konten systematisch abzusichern und persönliche Informationen sparsam zu veröffentlichen.
Melden, blockieren, rechtliche Hilfe holen
Nach der Sicherung können Inhalte bei der Plattform gemeldet und Konten blockiert werden. Bei Drohungen, Erpressung, intimen Aufnahmen oder anhaltender Nachstellung sollte die Polizei eingeschaltet werden. Minderjährige benötigen rasch Unterstützung durch Sorgeberechtigte, Schule und geeignete Beratungsstellen.
Was private Ermittlungen beitragen können
OSINT-Recherche kann Verbindungen zwischen Profilen, wiederverwendete Namen, Bilder oder öffentliche Kontaktspuren ordnen. Sie ersetzt keine Auskunftsbefugnisse der Behörden und darf keine fremden Konten kompromittieren. Das Ergebnis ist eine dokumentierte Indizienlage, die Anwälte oder Behörden weiterverwenden können.
Bei akuter Gefahr wählen Sie 110. Für eine diskrete Fallprüfung erreichen Sie Dudzus unter 0800 030 1100.